Im Grunde möchte ich mich ja erschiessen, wenn jemand unser bunt zusammengewohntes überfülltes Sammelsurium hier “gemütlich und originell” findet. Originell kommt ja noch hin, aber gemütlich?! Ich träum schon von Schränken und der Suche nach deren späterer Position ... die ganze Nacht lang bin ich in Gedanken die Wände durchgegangen, um die richtige Stelle für die Standuhr zu finden.
Wie in einem dieser wirren Träume im Road Movie Style, nur innerhalb einer um tausend Ecken verzweigten Wohnung, die im Traum dementsprechend noch viel mehr Räume hatte.
Ich bin immer wieder ganz erstaunt, wenn ein unansehliches, struppiges und eher unattraktives Weibchen egal welchen Alters meint, mich wegen meines zugegebenermassen hohen Gewichts anzupupsen.
Haben solche Damen keinen Spiegel?
Und dann stolpere ich über eine von vielen Websites, Familien mit ausgebrannten Häusern und ihre Geschichte, eine nach der anderen. Einstürze, Erdbeben, Tornado, Feuer.
Die Fotos, die Gefühle.
Viele Jahre später noch immer Verzweiflung, Trauer, Verlust und immer wieder neu die Erkenntnis, dass der Gegenstand nicht da ist, nach dem man gerade greifen wollte und dass es viel wichtigere Dinge gibt, lebending sein nämlich ... aber doch. Aber doch greift man danach.
Wir haben so viel gerettet, andere nicht mal ihre Haustiere. Wir hatten so viel Hilfe.
Doch die hatten andere auch, ich bin so froh, wie die Wellen der Hilfsbereitschaft überall rollten.
Feuer vereint. Unter anderem.
Was man so alles zu hören bekommt an einem Ostermontag.
Zum Beispiel den Spruch “Na, du würdest dich ja nicht für dein Kind aufopfern.”
Von einer Frau, die mit ihrer eigenen Tochter seit 15 Jahren nicht gesprochen hat, zwei ihrer drei Enkelkinder nie gesehen hat. Die ihrer Tochter Vorwürfe macht, weil diese nicht dankbar sei wegen der Ausbildung, bei der ihre Eltern sie unterstützt hätten und überhaupt, und bla bla bla bla bla. Eine Frau, die mich übrigens nicht kennt - mich nur so zweimal oder dreimal getroffen hat in 15 Jahren.
Erst habe ich noch versucht zu erklären, dass eine Ausbildung nun mal normalerweise nichts ist, wofür Kinder/Jugendliche/junge Menschen außergewöhnlich dankbar sind, denn in dem Alter haben sie genug mit sich selbst zu tun und nehmen die Umstände so hin, wie die Eltern sie servieren: Geld daheim abgeben oder welches bekommen eben.
Aber dann fing dieser Satz in meinem Kopf an zu klingen. Was für Sätze einem doch diese widerwärtigesten Warzenschweine unter den Mitmüttern gerne um die Ohren hauen ... kurz vor oder nach der Klage um ihre Einsamkeit.
Ich kann die Tochter verstehen. Aus diesem ineinandergeschrumpften Warzenmaul eine durchlaufende Tirade, welche Tochter würde sich das schon antun?
... in all den fünfzehn Jahren kann ich den Bedarf an einem passwortgeschützten Blog verstehen, nutze aber doch lieber die unterschiedlichen Möglichkeiten von Facebook, um mich zu verfiltern.
Wirklich toll finde ich derzeit Menschen, die anderen erklären, wann etwas schlimm ist und wann nicht. Faustregel: Die anderen haben es gefälligst auszuhalten, wird schon so schlimm nicht sein. Krank, traumatisiert und die Existenz verloren? Nicht ganz so schlimm wie ein feuchter Dielenboden, wenn man doch selbst betroffen ist! Oder so.
Nun. Man gewöhnt sich dran und irgendwie sind Erfahrungen ja auch immer zu etwas gut.