Zwei Tabletten in den Mund nehmen, um sie mit Milchkaffee herunterzuspülen und gleichzeitig mit der anderen Hand ein Stück Text in den Zwischenspeicher klicken. Ich habe wirklich eine Zehntelsekunde lang dagesessen und überlegt, was ich nun wohin wieder ausgebe. Glücklicherweise gab es keine Möglichkeit, den Tablettenkaffee versehentlich ins Eingabefeld zu spucken. Und so ging es dann gut aus.
Den Spruch mit dem Heulen hätte ich mir sparen sollen. Jetzt ist mir mein Potsdam-Bericht abgerauscht und ich habe die Befürchtung, dass ich mich beim zweiten Anlauf lange nicht so gut erinnern werde, müde wie ich bin seit Tagen. Mist Mist Mist. Ein Glück, dass auch Oliver einen Text über diese wunderschöne Stadtführung schreibt, er kann das sowieso viel besser als ich. Außerdem hat er sich sehr gut mit der uns führenden Dame verstanden, sie haben einen verwandten Humor. Wie gut, dass ich kein eifersüchtelnder Mensch bin, sondern mich an diesen Details erfreuen kann :-)
Also. Auf ein Neues. Ist ja gerade erst Mitternacht.
Eigenarten, Eigenheiten.
Abstände, Akzeptanz.
Es gibt so viele Wege, sich Abstand zu verschaffen zu den Menschen rundherum. Manche Leute scheinen sie alle zu kennen, ausnahmslos.
Die rechts oder schlimmer ausgerichteten Spam-Mails fühlten sich zuerst an wie eine beschleunigte Faust in der Magengrube, bis ich merkte, dass es sich um Massenversand handelt. Was es nicht besser macht, auf eine gewisse Weise aber doch, denn ich habe so meine eigenen Befürchtungen zu den Dingen, die mir virtuell widerfahren könnten durch gewisse Bekanntschaften, die ich enden liess. Schon lange enden liess, wohlgemerkt. Ich wäre nicht überrascht, wenn meine Daten auf diese Weise missbraucht würden oder Inhalte gegen meinen Willen gelöscht, alles schon gesehen, alles schon mitgelesen, war der Grund für das besagte Beenden. Diese sehr gezielt gegen türkische Menschen ausgerichteten Mails liessen mich zunächst zusammenzucken und es hätte mich nicht erstaunt, wenn jemand mich damit hätte treffen wollen, der mein Leben etwas kennt. Dann kamen noch mehr Nachrichten, die ‘politischer’ waren (wenn man das so nennen kann) und es wurde klar, dass es widerwärtigster Spam ist.
Einerseits besser als persönlich belästigt zu werden und andererseits schlimmer, denn dieser Schmutz und viel Verwandtes landete heute in Millionen von Mailboxen und hinterlässt eine tief sitzende Übelkeit. Muss doch mal schauen, ob man Anzeige erstatten kann.
Wie Sirup-Fäden ziehen die Worte sich über meine Tasten. Alleine dieses Wort reicht jetzt schon wieder. Sirupfaden. Sirup-Faden. Sirupfäden. Es ist zum Verzweifeln. Ich ‘muss’ mehrere Rezensionen schreiben, um den Berg abzuarbeiten und ein Stückchen Hirn freizuschaufeln, das sich mit schlechtem Gewissen gefüllt hat, weil ich diese ganzen Bücher einfach liegen liess. Die Sätze wollen aber nicht. Bröckeln missmutig im Eingabefeld vor sich hin, lassen sich nicht drehen oder wenden, stellen sich quer und klumpen an den Fingerspitzen vor sich hin. Über das erste konnte ich schreiben, die anderen drehen mir stumm die Rücken zu. Merde.
Es ist aber nun mal so: Erst die Bücher. Dann der Reisebericht Potsdam. Erst wenn der online steht, sind Blogpause und Arbeiten angesagt. Zeit, um zusätzliche Stunden einfach abzuhängen, bis die Kreativität wieder flutscht, also die Zeit gibt’s schon mal gar nicht. Also zäh dahingenudelte Rezensionen. Halleluja. Wem hätte ich das ohne dieses Blog wohl erzählt? Allen, die nicht schnell genug entkommen wären. Vermutlich.
[Update] Die restlichen Rezis bleiben in der Kiste, bis ich mein Leben wieder im Griff habe. Kaffee bekommen und erst mal was anderes gearbeitet habe. Meine ich natürlich.
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