Reasons Edge

Müde.

Immer noch habe ich nicht mal annähernd einen Mailstatus erreicht, den man als zufriedenstellend bezeichnen könnte - und am nächsten Weekend bin ich unterwegs, bis dahin muss ich alle Boxen im Griff haben. Schöner Mist ist auch, dass Google das andere Blog eingeholt hat. Und wie. Vorher zwei- bis dreimal am Tag, jetzt gleich zweihundert- oder dreihundertmal.

Aber die ersten Halbedelsteine sind eingetroffen und wunderschön.

# 01. Juni 2004 • 0 Voices



Es gähnt nur noch.

Eigentlich sollte ich Mails beantworten, endlich. Aufräumen. Wegräumen, aufarbeiten, Rechnungen schreiben. Aber ich bin so müde. Es war schön draußen. Ich habe im Nebenort einen Hochleistungsofen gefunden, den ich gegen eine kleine Gebühr mitnutzen kann. Der frische Ton riecht so gut, meine Fingerspitzen sind schon ganz ungeduldig, aber erst muss ich schlafen.

# 28. Mai 2004 • 0 Voices



Spit of Light

Wirklich sicher bin ich mir nicht, wie ich das geschafft habe, aber bis auf einen (von extern kommenden) Screenshot habe ich alle Artikel fertig. Dabei ist die Deadline morgen, 15 Uhr. Sehr gruselig. Normalerweise ist man nicht pünktlich, schon gar nicht bei einer solchen Workload. Ich sitze jetzt also hier und warte darauf, dass irgendwas explodiert. Natürlich könnte ich auch eine der viereinhalb Millionen anderen Sachen machen, die in dieser Horrorwoche liegen geblieben sind, aber erst muss ich noch dem Hall hinterherlauschen, den die letzte der Mails mit Anhang beim Abgang durch die Datenleitung verursacht hat. Wooa-haah. Kann ja alles gar nicht sein.

# 27. Mai 2004 • 1 Voices



Ich habe das nicht geträumt.

Beinahe hätte ich gestern Nacht zweieinhalb Kilo Halbedelsteinsplitter bestellt. Verdammtes Ebay. Ich sage nicht, wofür. Und ich sage auch nicht, dass ich es nicht doch noch tun werde, aber immerhin konnte ich mir den Spontanklick verkneifen. Gerne würde ich so tun, als ob ich einfach harmlos ein bisschen herumbasteln will, aber das würde mir sowieso niemand glauben, der miterlebt hat, wie die Filmplakate-Wand im Wohnzimmer entstand oder der galoppierende Hengst in Lebensgröße an jener Wand, die ich erst mit einem Hammer von ihrem davor stehenden Schrank befreite, weil ich die Fläche brauchte. Mich hat neulich das Mädchen gefunden, auf die ich vor 22 Jahren als Babysitter aufgepasst habe und das erste, was sie schrieb: “Wir haben die Salzteigfiguren noch!” Au backe. Das waren nicht nur Salzteigfiguren. Das war die Geschichte von Babel erzählt in vierhundert gewundenen, gedrehten, gefärbten und später noch lackierten Teiggestalten, das waren Schäfer und Schafe und Türme und Häuser und spielende Kinder, Liebende und Kämpfende und ganze Landschaften. “Salzteigfiguren” klingt eindeutig zu verharmlosend und ehrlich gesagt möchte ich auch gar nicht mehr daran denken, denn ich bin mir sehr sicher, sie waren/sind so beeindruckend und zahlreich wie geschmacklos. Danach stopften sie mich in einen Töpferkurs und ich fürchte, die Lehrerin war danach nie wieder derselbe Mensch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich würde so gerne einfach erschaffen, was mir durch den Kopf geistert, es ist so lange her, dass meine Hände solche Freiheiten hatten. Sofort anfangen könnte ich, tagelang alles vergessen, es wäre ja nicht das erste Mal. Meine Bewunderung für Menschen, die für ihre Kreativität alles stehen und liegen lassen, um ein ungelesenes Buch zu schreiben oder ein seltsames Kunstwerk zu schaffen, ist aber ungefähr so groß wie meine Verachtung für das Vernachlässigen sämtlicher finanziellen Aspekte und Verantwortungen, insbesondere Altersvorsorge. Hält sich sauber die Waage, würde ich sagen. Manchmal schlägt sie ein wenig aus, aber grundsätzlich hilft mir das schönste kreative Erleben nichts, wenn der Rest nicht stimmt. Keine Flucht in die Kreativität (heute), die Deadlines dröhnen am Horizont.

# 24. Mai 2004 • 0 Voices



Ich schreibe mein kleines entspanntes belangloses Diary viel lieber hier

Vier der Artikel habe ich inzwischen fertig gestellt und abgegeben, zwei sind bis auf den fremden Input durchkonzipiert und werden dann schnell beendet sein, bleiben noch 11 Seiten zum Thema Sicherheit (für die Produktpalette des Auftraggebers). Bis Donnerstag - das geht gerade noch, ohne mörderisch stressig zu werden. Hoffe ich. Diesmal bin ich ziemlich unerbittlich mit mir selbst und verlege keinen der privaten Termine ins Nirwana, denn ich möchte auch, dass wir trotz viel Arbeit unsere Freunde treffen, Dinge unternehmen, mal was anderes sehen. Die Müdigkeit ist wie eine kleine Warnglocke im Hinterkopf, die mahnend anschlägt und mich daran erinnert, dass ich auch Entspannung nicht vernachlässigen darf, aber ich möchte auch nicht wieder monatelang nur arbeiten und schlafen wie damals, als das Fieber zum ersten Mal kam. Es ist Frühling.

Abgesehen davon (Arbeit und Fieber) hat das Leben momentan keine besonderen Herausforderungen auf Lager, und so habe ich mir ein paar Ziele gesetzt, denn ich brauche Reibung. Ich vergesse keinen Tag lang, was für ein Glück wir haben, hier zu zweit in unserem hübschen Häuschen und unserem schönen Leben, ganz im Gegenteil, es ist mir sehr bewusst und zwar ständig. Trotzdem brauche ich immer auch etwas, in das ich meine Krallen graben kann, das entspricht nun mal meiner Natur. Ziele also. Und Entspannung. Muss doch beides zu schaffen sein ... Könnte also passieren, dass ich mitten am hellen Nachmittag noch mal und zwar zum dritten Mal heute ins Bett gehe (es war eine Menge Ingwer im Essen in den letzten Tagen und alle Legenden über das Zeug sind wahr).

# 22. Mai 2004 • 0 Voices



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