Reasons Edge

Teeth on teeth.

Das Fieber kommt nachmittags, erschöpft mich völlig und geht am späten Abend, woraufhin ich dann noch zwei oder drei Stunden bis in die Nacht hinein arbeite. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass es diesmal keine Grippe ist, sondern das alte Schilddrüsenproblem und ich wappne mich innerlich gegen die mich tiefer saugende Erschöpfung. Zwölf Artikel sind in der Pipeline, zwei mittelgroße Projekte und ein sehr großer Auftrag* -  ich habe nicht das geringste Interesse an einer Ausfallzeit, ich will Geld scheffeln wie Dagobert Duck und mich dann im Winter ein paar Monate auf der Insel niederlassen und ich denke, das werde ich auch. Basta.

*So viele Aufträge auf einmal sind selten, eben deswegen ziehe ich das durch, komme was da wolle.

# 21. Mai 2004 • 0 Voices



Wieder Fieber.

Der Schüttelfrost kriecht von hinten an mir hoch und umarmt mich heimtückisch. Heute Nachmittag konnte ich nicht mehr, musste mich hinlegen und K. werkelte alleine vor sich hin, war dann prompt eine Stunde früher “fertig” und ich hatte nicht die Kraft, mich aus den Kissen zu stemmen und zu sehen, wie das nun sein konnte und ihr noch andere Aufgaben zu geben. Andererseits: Wenn jemand so gerne früher Feierabend machen möchte, die nach Stunden bezahlt wird, sollte man sie vermutlich lassen. Wer weiß, wo die Motivation schon ist, wahrscheinlich lange vor ihr nach Hause gegangen. Ich sage ihr seit Tagen, dass ich die Rechnung von ihr brauche, um sie zu begleichen und meinem Steuerberater mit dem Monatsabschluss zu geben und es kommt nix - vielleicht braucht sie gerade kein Geld, nunja. Egal.

Nun ist meine größte Sorge, dass ich D. am Sonntag angesteckt habe, wenn ich mir wirklich einen Infekt und nicht nur eine Erkältung eingefangen hab. Die zweitgrößte sind die Gäste am Donnerstag, M. fliegt aus München ein, da wird man als Gastgeberin nicht krank. Die Arbeit wartet natürlich auch, aber das tut sie ja immer. Ich habe meinen Liebsten gebeten, mir die grüne Droge Medinait mitzubringen und werde es halten wie immer: Wenn man die Nacht übersteht, kommt wieder ein Tag.

# 18. Mai 2004 • 0 Voices



Das wäre jetzt die Zeit, die ich mir reserviert habe.

Reserviert, um endlich Mails zu beantworten. Mit dem Abflussreinigungs-Notdienst Termine vereinbaren und ungespültes Geschirr aus dem Weg rümpeln ist aber natürlich auch sehr schön. Hm.

# 18. Mai 2004 • 0 Voices



Verschlafen wollte ich

Aber es war wie immer, wenn ich mir mal bewusst vornehme, mich besonders lange durch die Kissen zu wälzen, weil ich erschöpft bin oder O. an einem Werktag hier ist und ausschläft: Das Telefon klingelte und ein Kunde hatte eine Frage, die garantiert unter “Service” fällt. Diesmal: Wie versende ich eigentlich zum ersten Mal in meinem Leben eine Datei-Anlage unter Outlook.

Wie gut, dass ich das im Schlaf erklären kann, denn wach war ich sicher noch nicht. Jetzt sitze ich hier, reibe mir brillenlos die zusammengekniffenen Augen. Die Brille liegt zwar in Reichweite, aber ich bin einer kristallscharfen Welt einfach noch nicht gewachsen.

# 17. Mai 2004 • 1 Voices



Asia-Wochen

Vielleicht hätte ich O. warnen sollen, vielleicht aber auch nicht.

Denn es reicht ja wohl völlig, wenn er anhand eines halbmeterhohen Einkaufsbergs realisiert, dass er nun ein paar Wochen lang indisch, japanisch, thailändisch, chinesisch und vegetarisch indonesisch essen wird. Wir sind seit fast sechs Jahren zusammen, doch meine Freestyle-Asia-Wochen erlebt er zum ersten Mal mit - die vegetarische, mexikanische und Rohkost-Phase hat er schon mehrfach überstanden, der Sommer findet sowieso immer an der Salatbar statt und in diesem Winter haben wir mehrere internationale Eintopf-Phasen durchlaufen. Er sieht eigentlich immer ganz zufrieden aus, futtert sich einen winzigen sexy Bauchansatz an und nimmt auch immer zwei- bis dreimal nach, also wird es wohl so schlimm nicht sein ... Jetzt wird es also asiatisch, angefangen von den frischen und zermahlenen Gewürzen bis hin zu allen Zutaten, die aus frischem Fleisch und Gemüse eine exotische Speise machen.

Asia Freestyle im Wok, nach Lust und Laune über Landesgrenzen und Traditionen hinweg gemixt. Wer hat gesagt, dass man Reis in Kokosmilch mit Chili nicht auch mit Erdnuss-Sauce und spicy mariniertem Huhn essen kann? Sicher niemand, denn darauf muss man ja erst mal kommen.

# 15. Mai 2004 • 1 Voices



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