Reasons Edge

Selbstzensur.

Habe aus dem anderen Blog einen Textblock entfernt. Weil »Diese Frau gehört offensichtlich zu denen, die in keiner Kneipe ruhig und in keinem Straßencafé gemütlich genug sitzen, im Steakhouse vegetarisch essen wollen, im vegetarischen Restaurant von Currywurst blafaseln und sich obendrein vermutlich noch doll putzig und originell vorkommen mit ihrer nervtötenden Art. Von so einem weiblichen Wesen wird man nie den Satz hören: Meine Beziehung läuft gut. Erstens würde die es ja nicht mal merken, wenn es so wäre. Zweitens wird sie nie eine haben, auf die es zutrifft und drittens hätte sie eine entspannte und normale Beziehung auch gar nicht verdient. Wo kämen wir denn dahin, wenn solche Strukturen sich auch noch auszahlen würden.« wie die maßgeschneiderte Faust aufs mascaraüberschmierte Auge passen würde und auch wenn ich der Meinung bin, dass ihr das vermutlich nur Recht geschehen würde, muss sie sich ja nicht einbilden, dass jemand sie so wichtig nimmt. So war’s nämlich nicht. Es ist nur einer dieser blöden Zufälle oder unterbewusst angesteuerten Katastrophen, wobei letztere leider gelegentlich passieren, die ersteren aber meinen Lebensweg scheinbar begleiten. Die Frau selbst wollte ich sicherlich nicht beleidigen, sonst hätte ich es ja stehen lassen, wo es stand.

Aber es war keine absichtlich treffende Beschreibung. Ich bin nämlich verflucht. Jeder dumme Zufall wird mich treffen, wenn er kann. Sollte ich je mit einer rauchenden Waffe in der Hand angetroffen werden, kann ich mir ganz sicher sein, dass sie mir der flüchtende Mörder zugeworfen hat und ich sie verblüfft fing. Schickt jemand anonyme SMS mit Beleidigungen, wird das brave Handy meine Nummer aus dem Adressbuch kramen und damit den Eindruck erwecken, ich sei es. Ruft ein stöhnendes Arschloch Frauen an, so ist meine die einzige Nummer, die er sich zufällig merkt, um den Anruf immer mal wieder zu wiederholen und mir genau das mitzuteilen. Wenn eine Fangschaltung versehentlich im falschen Haus gelegt wird, so ist es dann immer meine und ich wundere mich, warum das stöhnende Arschloch sich nicht stoppen lässt.

Und so weiter, und so weiter. Bin also nicht erstaunt, dass ich im Halbschlaf eine Skizze einer Frau geschrieben habe, deren Gesicht ich nicht mal mehr erkennen würde, auf die jene Charakteristika dennoch zutreffen, so weit ich das von hier aus und nach wenigen Treffen beurteilen kann. Whatever. Es gibt wenig Dinge, die noch egaler sind. Aber richtig schön rasend schnell tippen macht gerade viel Spaß.

# 10. Mai 2004 • 0 Voices



Sagte ich es nicht schon?

Wenn sich dann doch mal eine/r bedankt, geht es immer darum, weitere ach so wichtige Fragen anzudrängen.

# 10. Mai 2004 • 0 Voices



Dreieinhalb Gänge runterschalten

So viel Ärger in den letzten Tage und meine Systeme stehen auf Angriff und Abwehr. Das merke ich vor allem daran, dass ich sehr viele Mails einfach lösche, die mich nur aufhalten würden. Wozu soll ich der Freundin oder Bekannten von X, Y und Z per Mail erklären, wie man sich eine eigene Homepage erstellt und wo sie Online-Ressourcen finden? Die wollen kostenlos irgendwas von mir, am liebsten die Arbeit abgenommen kriegen, und ich habe noch nicht ein einziges Mal bei auch nur einer dieser Mails eine dankende Antwort erhalten, es sei denn, sie hatten noch eine Frage. Also weg damit.

Ebenso die hoffnungsvollen Auch- und Mit-Autorinnen, die bei BoD ein Buch herausgegeben haben und mich nun zutexten und von mir Dinge wissen wollen, die sie selbst auch rausfinden könnten. Wieder dieselbe Erfahrung im Hintergrund: Es kommt eh keine Antwort mehr, sobald sie haben, was sie wollen. Aber selbst wenn, was soll ich mit denen? Ich suche keine neuen Bekannten. Diesmal habe ich den Löschfinger recht großzügig geschwenkt.

Was passiert dann? XYZ ruft an und nörgelt mich vorwurfsvoll zu, denn natürlich haben sie der unbedarften potenziellen Homepage-Betreiberin erzählt, dass ich eine gnadenlos gutmütige Vollidiotin sei, deren Zeit man tagelang am Stück stehlen könne und von der man zumindest eine mehrseitige qualifizierte Antwort erwarten kann. Ja. Das konnten sie haben. Zufällig habe ich gerade 50 Seiten Workshops für einen großen Webhoster geschrieben mal wieder und so bekam die Schnullerbacke einen Tipp für den nächsten Gang zum Kiosk und Tschüs. Wer alles umsonst will, wird sich doch freuen, ab knapp 30 Cent eine Domain reservieren zu können?

Warrior Modus tut mir ansonsten nicht sonderlich gut. Ich merke, dass ich die Krallen nicht einziehen kann und bei anderen voraussetze, dass sie mit ähnlich harten Bandagen kommunizieren können, was nur in wenigen Fällen zutrifft. Starre auf das Telefon und wünsche mir eine vertraute Stimme, die mich im Nackenfell nimmt und sanft freischüttelt, die mich beruhigt und aus diesem hart pochenden Pulsieren erlöst. Das geht aber nicht.

So buche ich eine Ganzkörpermassage mit Lymphdrainage für Freitag und hoffe, dass die Anspannung dieses Morgens allmählich abbröckelt, wenn ich mir jetzt langsam einen frischen Kaffee brühe. Zwei neue Aufträge warten in der Mailbox. Mal schauen, wie man das Adrenalin dort einsetzen kann.

# 10. Mai 2004 • 0 Voices



Hass

Die Frau, die sämtliche Inhalte der M-Homepage in ein Forum bei MSN rüberkopiert hat, kann doch echt nur an wandernder Hirnfäule leiden. Alles, jeden Text, jeden Inhalt, alle Vermerke, alle Bilder - bis auf den Link zum Copyright-Vermerk, klar. Einen Beitrag weiter hat genau diese Dumpfkuh auch noch andere User informiert, dass das Kopieren von Texten gegen Urheberrechte verstösst ... ich bin so was von angenervt.

So lernt man nach Mitternacht, das Fremdverlinken von Grafiken zu unterbinden. Manchmal hasse ich das Netz für alle diese Idioten, die ihren banalen Wahnsinn in ihm brüten, all diese dummen Menschen, die jede schlechte Angewohnheit mit Hilfe der neuen Medien erst so richtig kultivieren können, all jene, die ohne Internet auf ihre Vorgärten beschränkt wären.

Eines der Naturgesetze scheint zu lauten, dass man sein ganzes Leben in Selbstzweifel und Hader verbringt - es sei denn, man ist strunzdumm bis totalverblödet, dann findet man sich schlau und toll und informiert und hat Diskussionsbedarf und was weiß ich. Halleluja. Immerhin, Microsoft in Redmond ist am Telefon sehr nett. Wenn schon sonst nichts erfreulich war: Mein Englisch ist immer noch da.

# 09. Mai 2004 • 3 Voices



Also.

In einem anderen Weblog, das ich jetzt nicht trackbacken kann, weil dann zu viele Leute auf den Trackback-Link klicken, und das ich nicht verlinke, weil ich nicht weiß, wen die Statistik dann alles zu mir bringt (aber sonst habe ich keine Probleme, außer Grippe, haha) steht ein Eintrag, den ich nicht kommentieren kann, weil ich nicht weiß, wer dann was wie interpretiert und für die dummdringlichen Fehlinterpretationen irgendwelcher halbanonymen Fratzen habe ich keine Kraft.  Oder vielmehr, natürlich habe ich die Kraft, aber ich werde sie nicht verschwenden auf Gespräche, die nicht wirklich lohnen, weil die sabbelnden Lallbacken drei Klicks weiter wieder im Daten-Nirwana verschwunden sind und schon deswegen niemals eine Bereicherung sein könnten, selbst wenn sie mal klug wären. Was sie eigentlich niemals sind, diese Fremden, sonst wären sie nicht oberflächlich, namenlos, anonym und würden auch nicht so groß schwätzen über Dinge, die sie nur raten können. Ganz wie im echten Webleben.

Früher war eben alles besser. Und was ich schreiben wollte, schreib ich einen Eintrag weiter vorn. Gngngngn.

# 06. Mai 2004 • 0 Voices



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