Reasons Edge

Das war ein Fehler

Ich hätte ablehnen sollen. Jetzt werde ich noch zwei Wochen in diesem Tempo durchziehen müssen. Soll ich die Tagung absagen? Das Meeting in U.? Soll ich nach M. mit der Bahn, statt den kleinen Löwen zu dieseln? Ich wollte unbedingt in diesem Monat nach M. und bin bereits total enttäuscht von mir, weil es vermutlich nicht klappt - aber ich konnte diesen Auftrag auch nicht absagen. Vielleicht kommt ja doch mal ein Sommerloch, und dann? Und selbst wenn nicht, mein Laptop ist nun dreieinhalb Jahre alt und bei meinem guten Geschmack wird der nächste nicht unter einer gewissen Summe kosten. Selbst wenn ich mich weiter auf die beiden veralteten Notebooks in Kombination mit meinem Tischferrari beschränke, irgendwann wird der kleine Diesel die Grätschen ganz furchtbar strecken, er ist doch schon 12. Meine Krankenversicherungsbeitrag wird nicht weniger werden, und wenn ich wieder einen Fieberschub habe (arbeiten muss ich ja trotzdem, da hilft auch eine Versicherung nix), fühlt dieser sich doch besser an, wenn das Konto eine Plauze hat. Mit ein bisschen Sport kriegen meine Schulter und ich das hin. Mit ein bisschen Musik fährt der kleine Löwe mich südwärts und back home again. Alles, was ich habe, gehört mir. Niemandem muss ich danken dafür. Mit ein bisschen Mut und Krallen halte ich mein Herz fest, wohin auch immer der Sturm mich weht. Nein, ich hätte den Auftrag nicht abgeben können. Nicht ich. Ich lerne diesbezüglich nicht dazu und komme trotzdem in jeder Entwicklungsphase entscheidende Schritte voran. Schlimmstenfalls nur technisch.

Irgendwer hat einen Workaholic mit einem Hamster gekreuzt. Hier bin ich. Und hey, wer will schon ewig leben?

# 20. April 2004 • 0 Voices



Yes, Sire: Voltaire

Jede Art zu schreiben ist erlaubt -
nur nicht die langweilige.

# 20. April 2004 • 0 Voices



Mit Näglein besteckt

Es gibt doch diese Action oder Road Movies, in denen der Held sich vom Anfang bis zum Ende in einen immer zerfledderteren Zustand hineinarbeitet. Ist er anfangs noch im blütenreinen weißen Hemd und makelloser Hose unterwegs, so hängt gegen Ende alles in Fetzen undefinierbarer Farbe um ihn herum, er hat malerische Kratz- und Schürfwunden mindestens auf Wange und Stirn und vermutlich eine krasse Fleischwunde in der Schulter (selbstvernäht?), die ihn aber nicht von der Welterrettung abhält.

Ich hab nur ein Auge blutig, aber anfühlen tut es sich in etwa genau so. Dass die Näglein aus dem alten Kinderlied Nelklein sind, ist mir übrigens schon klar.

Am Ende, zerschunden und zerbeult, bekommt er dann einen Kuss und die Illusion, dass jetzt alles für immer gut wird. Kann ich bitte 10 solche Minuten haben? (Leidenschaft, Gedankenlosigkeit, in eine Verschmelzung fallen etc.)

Ich werde auch artig sein. Später.

# 20. April 2004 • 0 Voices



*wiehernder Zusammenbruch*

Wo ich gerade im alten Tagebuch blättere: Prototyp-Barbie aus der damaligen Nebenwohnung hatte zwar keinen Job und mit 24 schon drei Kinder von vier Männern oder so, aber meinte mir mitteilen zu müssen, wie mutig sie es doch von mir fänge, dass ich als molliges Mädel ins Fitness-Center gehen würde.

Wenn mein altes Paper-Diary nicht lügt, habe ich geantwortet: “Wieso, du gehst doch auch in Buchhandlungen”. Und jetzt liege ich hier in der Gegend herum und lache, obwohl ich doch längst schlafen sollte.

# 06. April 2004 • 0 Voices



writing in space

Habe nun eine Weile überlegt, ob ich den vorhergehenden Eintrag (um des lieben Friedens willen) wieder löschen soll, denn wie das Rasseln dieser Klapperschlange sich anhört, das weiß ich nur zu gut und aus erster, zweiter und dritter Hand. Da ist man doch dankbar, dass diese Sorte Weibchen nicht über Macht verfügt, nur über Sprachgift, das sich im Gesamtbild schnell selbst enttarnt.

Dann beschlossen, dass der Eintrag stehen bleibt. Solchen Frieden brauche ich nicht. So wie niemand solche Frauen braucht. Mögen die Mächte des Universums mich immer vor solchen Freunden behüten. Das ist alles, was ich dazu noch fühle. Und den Nachhall gedankenloser oder vermutlich gar nicht mal so gedankenloser, sondern zart subtiler Grausamkeit. Vielleicht ist die Schwangere gar nicht schwanger, das interessiert ja auch keinen, aber das würde es sogar noch schlimmer machen.

Das Lächeln der Schlange, ja. So haben wir alle unsere Mittelchen, für Zehntelsekunden auf unseren wenigen Millimetern Planetenfläche eine Ahnung von World Domination zu erlangen.

# 03. April 2004 • 0 Voices



Seite 189 von 191 Seiten insgesamt. « Erste  <  187 188 189 190 191 >