Reasons Edge

At bay

Ab und zu schaue ich hier vorbei und es ist schön, eine wirklich stille kleine Ecke zu haben, in der auch die Trüffelschweine nur kurz trüffelschnüffeln können und sonst nichts, während das Blog ansonsten nur ein paar Freunde kennen (die vermutlich nur daran denken, wenn es im Feedreader aufblinkt, und das ist auch ok so).

Viel könnte ich schreiben über den Kampf gegen die Dämonen der Autoimmunkrankheit, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es mir gut tun würde (sonst stünde hier mehr). Einige von denen, die mir damals, als es mir geholfen hat, eiskalte Häme entgegengesprüht haben, stehen nun in ihrem eigenen Giftschlamm und kämpfen um erträgliche Tage. Scheinbar findet man es nicht mehr ganz so überflüssig und eitel, über Krankheiten zu schreiben, wenn man selbst welche betreibt. Möge es ihnen helfen, die Spitzenzeiten lindern und zur Ruhe beitragen, die man krank so dringend braucht.

Ich habe 2011 überlebt, und das war alles andere als selbstverständlich. Das gilt auf andere Weise auch für 2010. Die Angst und der drohende Abschied haben es sich zur Aufgabe gemacht, mich zu schleifen und zu stählen. Wenn ich 12 Jahre jünger geschätzt werde, korrigiere ich sofort. Niemals, um keinen Preis würde ich ein Jahr wieder hergeben von denen, gegen die ich gewonnen habe.

Ein bisschen problematisch ist der Umgang mit dem, was andere ein “Problem” nennen. Manchmal möchte man einfach quer durch fremde Bäckchen klatschen, weil es so verdammt hohl ist, welche Alltagsärgernisse so mancher sich ausgiebig gönnt.

Die Zeit nach dem Feuer war gleißend hell, schneeweiß und völlig rein. Für keine Abneigung, für keine Blödheit, für keine Ablenkung war Raum. Jeder noch so lang bekannte Mensch war strahlend hell und neu und konnte mich zerstören oder retten. Nicht wie luftleerer Raum, sondern wie viel zuviel Sauerstoff. Nur mühsam konnte ich später damit aufhören, mich in diesem Energiestrahl zu bewegen, der erforderlich war, weil ja eigentlich gar keine Kraft vorhanden war und ich sie trotzdem rund um die Uhr einsetzte.

Wenn ich daran zurückdenke, bin ich immer noch erstaunt. Unvergessen auch der Reflex, die Menschen abzuwehren, die gern schnell und hastig alles “heilgemacht” hätten, um nicht belästigt zu sein.

Heilung braucht Zeit. Alles, was man zur Beschleunigung tut, bricht sowieso nur wieder auf.

Samstag, 30. Juni 2012 • Link

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