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Eingekauft.

Man sollte kaum glauben, wie lange es nach einem solchen Einschnitt braucht, bis Zeit für die Neuanschaffung von manchen alltäglichen Notwendigkeiten vorhanden ist. Kommt natürlich auch ein bisschen auf die Prioritätensetzung an.

Weil ja so ziemlich alles fehlt, bin ich jeden Tag mit Planung beschäftigt. Im Gegensatz zu der liebsten Nachbarin, die in die Kommentare des Spendenseitengästebuchs gerotzt hatte, ich würde es “immer besonders schön haben wollen”, weiß ich nämlich, dass es überhaupt nicht viel Geld kosten muss, eine richtig gemütliche Wohnung zu haben, die sich wie ein Heim anfühlt.

Am liebsten hätte ich ihr tröstend gesagt, dass die Objekte ihres Neides von Ebay stammen für Kleingeld und von uns aufgearbeitet wurden. Aber ich glaube, wer so irrational neidisch auf ausgebrannte Leute ist, kann solche Infos dann sowieso nicht mehr umsetzen.

Das neue Wohnzimmer wird kein Sofa bekommen, und auch keinen Esstisch. Sondern eine große, stabile und äußerst gemütliche Sitzgruppe in angenehmer Sitzhöhe mit einer Gruppierung verschiedener Tische, die ganz absolut wunderbar aussehen wird, wenn ich erst mal alle Möbel passend zueinander lasiert und geölt habe.

Irgendwelche teuren Möbel kann sich jeder kaufen. Solche Ideen aber nicht.

Montag, 13. September 2010 • Link

Meine Güte, wie kleineistig kann man sein…die gute Nachbarin wäre warscheinlich auch auf eine Wohnungseinrichtung aus Gemüsekiste neidisch - denn letztendlich erhalten Räume ihre Ausstrahlung ja auch durch die Menschen, die in ihnen leben.

Und Neid ist das sicher kein guter Einrichtungsberater ;-)

Angela  am  13. September 2010

Die holde Dame war vor allem auf die Spendenaktion neidisch. Es hätte ihnen sicherlich besser gefallen, wenn wir nach dem Feuer tief im Dreck gelegen hätten.

M.  am  13. September 2010

Ja, ich habe da schon sehr gestaunt über soviel Sozialneid. Obwohl, wenn mam weiß, dass man selbst in einer solchen Situation allein da stände und nicht reflektieren kann, warum das dann so ist….

Angela  am  13. September 2010

Es gibt ja immer so viele Sprichwörter. Was einige von denen bedeuten, versteht man erst, wenn sie einem buchstäblich ins Gesicht knallen:

Jeder ist sich selbst der Nächste.
Über Splitter vor der Tür der Nachbarn abhetzen, aber die Balken im eigenen Auge nicht spüren.
Alles, was du gibst, kommt irgendwann zurück zu dir.
In der Not lernt man seine Freunde kennen.
In der Not lernt man seine Feinde kennen.
Schone deinen Nächsten nicht! Der Mensch ist etwas, daß überwunden werden muß. (Nietzsche)
Was du wohl willst, dass man dir tu, das füge auch stets anderen zu und umgekehrt.
Man handelt selbst nach Notwendigkeiten und kritisiert die anderen nach Idealen.
Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen Eindruck als das Beispiel.
Charakter: die Summe der Tendenzen, in einer bestimmten Weise zu handeln.
Gewinn anderer wird wie Verlust empfunden. (Busch)
Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.
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M.  am  13. September 2010

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