Reasons Edge

Sweet Dreams are made of this

Neulich setzte der Stalker ein Zitat über Selbstmord in sein Weblog und verstummte dann für ein paar Tage. Gestern oder vorgestern fing er dann wieder an, es mit seinen Geschmoddertexten zuzumüllen und ich spürte, wie eine schwarze kleine Hoffnung zerbröselte und in den virtuellen Strudeln verschwand.

Was würde ein Stalker wie der wohl denken, wenn er wüsste, dass ich froh und immer noch fröhlicher wurde bei dem Gedanken daran, dass er nie mehr zurückkommen und seine schmierigen kleinen Belästigungen ausspucken würde? Würde er denken? Erleichterung war das, die in mir aufstieg, als ich dachte: Den sind wir los. Nicht, dass ich jetzt enttäuscht bin: Soll er doch sein verwanztes Stalker-Leben führen, ohne zu ahnen, dass sein dramatischer Kunstgriff (denn natürlich bettelte er um Aufmerksamkeit und Zuwendung mit dem Selbstmord-Gefasel) das Gegenteil bewirkte.

So weit ist es nicht, dass ich es schade finde, wenn jemand sich nicht vom Planeten verabschiedet hat, das nun auch nicht. Aber als Erfahrung war es schon verdammt interessant.

Ein gutes starkes Gefühl war das, erschreckend finster und wie ein kalter Klammergriff ums Herz, aber doch irgendwie auch kristallklar und befreiend.

Montag, 22. März 2004 • Link

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