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The next generation

Wenn ich irgendwo gejobbt habe oder fest angestellt war, kam ich grundsätzlich mein Leben lang pünktlich - was bedeutet, ein paar Minuten zu früh. Damit man sich in Ruhe einfinden, den Mantel weghängen und einen Kaffee holen konnte. Es war eine absolute Selbstverständlichkeit, dass ich selbst dafür verantwortlich war, unzuverlässige Zugverbindungen oder streikende Autos auszugleichen: Dann machte man sich eben so früh auf den Weg, dass es gar nicht erst passieren konnte, dass man ständig eine Stunde zu spät kam. Es war die Ausnahme, und die war so selten wie möglich.

Ganz anders alle, die heute für einen arbeiten. Ob Aushilfe, Büro-Service, Haushaltshilfe, Babysitter oder Handwerker: Sie stehen zum Teil tatsächlich lieber fünf Minuten vor dem Haus und klingeln zum Glockenschlag (!), als dem “Arbeitgeber” eine Minute zu schenken und verwandeln sich in rastloses Hirngelee, wenn sie länger als 30 Sekunden nach “Arbeitsschluss” noch irgendwas gefragt werden. Auch die ganz Jungen, die sich nur ab und zu etwas dazuverdienen möchten, sie kriegen es scheinbar so beigebracht.

Ich fand es immer schwierig, wenn mir gesagt wurde, ich solle etwas anders machen im Job und hatte daran schwer zu schlucken, eben weil ich mir immer viel Mühe gegeben habe. Auch dieses Problem hat die aktuelle Generation scheinbar nicht, die kündigen nämlich einfach sofort, sobald man um eine Änderung in der Arbeitsweise gebeten hat.

Samstag, 11. Dezember 2010 • Link

Kein aktueller Anlass, außer mal wieder der Babysitter, der um 14.45 uhr per SMS mitteilt, dass er den 3 Uhr Termin nicht halten kann.

M.  am  11. Dezember 2010

Oh ja, erlebe ich auch grad tagtäglich…die Zeiten ändern sich.

Unzuverlässige Babysitter sind natürlich besonders ärgerlich…

Angela  am  11. Dezember 2010

hm, was den “glockenschlag” angeht: kann es ev. sein, dass sie einfach nur nicht “stören” wollen? ich läute auch ungern zu früh, weil ich nicht weiß, ob der andere dann schon auf mich eingerichtet ist… nur ein gedanke. in einer größeren firma ist es egal, weil man dann am empfang warten kann, wenn man zu früh ist, aber wenn es bei jemandem zuhause ist?

limone  am  12. Dezember 2010

Und hysterisch überpünktlich den Griffel fallenlassen tun sie auch aus Rücksichtnahme? Und ständig Termine zugunsten der eigenen Freizeitinteressen verschieben wollen auch? Nee, die sind einfach so. Man schenkt niemandem was, man nimmt sich möglichst viel, man will immer alles nach eigenem Bedarf haben, das ist ganz normal. Leider.

5 Minuten zu früh sein ist nie stören, immer Höflichkeit :-) es gibt nichts Nervigeres als eine Haushalts- oder Aushilfe, die störrisch stumpf bis zur letzten Sekunde privat telefoniert, um einem bloß NICHTS zu “schenken”. Es ist die aktuelle Einstellung bei den meisten, vielleicht liegt es an der “Großstadt”.

M.  am  12. Dezember 2010

p.s. vielleicht liegt es auch an den Jobs, aber ich höre es so auch von Leuten, die fest Angestellte haben. Was ich nach einer Erfahrung mit einer Minijob-Tante immer zu vermeiden suche, sowas binde ich mir eher nicht mehr teuer ans Bein.

M.  am  12. Dezember 2010

ja klar, wenn man das gesamtverhalten sieht, stimmt das schon. das mit den 5 minuten merke ich mir. :-D

limone  am  12. Dezember 2010

Vielleicht ist das ein allgemeines Problem, welches viele haben. Einstellungssache! So könnte man das am besten bezeichnen.

Alexander Zorn  am  29. Dezember 2010

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